Mein Leben ist ein Geschenk

Wie ich vorhin schon in meiner heutigen Insta-Video-Story versucht habe zu artikulieren, bin ich heute unfassbar dankbar und vom kleinen Zeh bis unter die Haarwurzel glücklich. Ich grinse noch immer wie das sprichwörtliche Honigkuchenpferd. Der Grund? Ein Lottogewinn? Ein anderweitiger, plötzlicher Geldsegen? Ein neues Auto? Nein, nein und noch einmal nein. Viel besser. Ich durfte heute in unserer Schule eine Yoga-Session leiten. Ich habe keine Ahnung, wie es wirklich, wirklich für die Schüler war - für mich war es einmal mehr eine wundervolle Erfahrung. Aber von Anfang an - mein Vata-Hirn springt schon wieder von Gedanke zu Gedanke und ihr kommt vermutlich nicht hinterher. 

 

Heute war Aktionstag an unserer Schule. Für gewöhnlich die Gelegenheit für uns Lehrer uns zurückzulehnen und einfach mal nur mitzulaufen, weil unser AK-Aktionstag die Planung fast vollständig alleine übernimmt und wir nur noch mit den Listen und dem Geld losstapfen und "dasein" müssen. 

Dieses Jahr wurde ich gefragt, ob ich eine Inhouse-Veranstaltung leiten und Yoga anbieten könnte. Natürlich. Da denke ich nicht nach. Da bin ich sofort dabei. 

Also habe ich in den letzten zwei Tagen an der Praxis gefeilt und mir über den Theorieteil ein klein wenig den Kopf zerbrochen. Von der 7. Klasse bis zur JS1 war doch alles dabei. 23 unterschiedliche Erwartungen und Vorerfahrungen. Schwierig alle zu erreichen...

Heute Morgen war ich wirklich, wirklich nervös. Yoga an der Schule unterrichten ist immer ein klein wenig wie mein Herz auf der Hand tragen. Es bedeutet mir so viel, dass ich verletzlich werde... Der Großteil meines Selbst hat sich aber unfassbar auf die Erfahrung gefreut. Und so habe ich mir heute während meiner Morgenmeditation selbst geschworen, dass ich für meinen Teil versuche jede Sekunde dieses besonderen Ereignisses zu genießen. 

 

Und, was soll ich sagen. Ich habe ganz schön geschwitzt während der Praxis und mich trotzdem jede Sekunde einfach nur gefreut, Teil dieser Gruppe sein zu dürfen und vielleicht auch nur einen der Schüler, die da vor mir saßen, mit dem zu erreichen, was ich versuche ihnen mitzugeben. 

 

Wir haben eine 60 Minuten Praxis gemacht und natürlich durfte auch die Endentspannung zum Schluss nicht fehlen.  Wir haben gemeinsam einen Weg zu unserem Atem gesucht und hoffentlich auch gefunden und im Anschluss noch über Werte und Yoga gesprochen und nachgedacht... 

In der Feedback-Runde vor der Abschlussmeditation fielen oftmals die Begriffe spannend, interessant und entspannt. Das war super schön. Fast so schön wie zu sehen, wie sie in der Endentspannung für einen Moment lang in der Schule wirklich loslassen und abschalten können. Wenn dann noch der Satz im Feedback kommt, dass sie in der Schule eine Erfahrung der Entspannung machen durften, dann habe ich in diesem Moment etwas richtig machen dürfen. Da hüpft das Lehrer-Yogalehrer-Herz in meiner Brust. Ich würde das gerne noch so viel öfter teilen. Und gleichzeitig bin ich einfach so unglaublich dankbar dafür, dass ich an einem Ort unterrichten darf, an dem diese Art der Erfahrung möglich gemacht wird. Ich bin dankbar für die Schulleitung, die dies unter "ihrem" Dach erlaubt und mir für all meine Ideen Spielraum lässt - vielleicht gibt es nächstes Jahr an unserer Schule sogar einen Seminarkurs "Glück", den ich dann mit einer super lieben, großartigen Kollegin leiten dürfte - ich bin super dankbar für unsere großartige Schülerschaft, die sich auf solche neuen Erfahrungen einlässt und einfach mal mitmacht und ich bin natürlich erfüllt von einer riesigen Dankbarkeit all meinen eigenen Lehrern gegenüber, die mir so viel von ihrem Yoga-Wissen und Erfahrungsschatz mitgegeben haben, dass ich mich gut genug gerüstet fühle, um mit diesem Wissen nach Außen gehen zu können und es mit anderen Menschen - mit unseren Schülern - zu teilen...

 

An Tagen wie heute weiß ich noch einmal mehr, was es für eine Ehre ist Lehrer sein zu dürfen. Unfassbar. Da fehlen einem die Worte - wie in dieser Insta-Story für alle ersichtlich... :) 

 

Ich nehme jetzt diese ganzen Glücksgefühle und genieße sie, so lange sie anhalten. Sie werden irgendwann verschwinden und auch dann noch zähle ich mich zu den glücklichen Menschen dieser Welt. Denn, wie ich heute einmal mehr von Mick Walshs Beitrag im Confident Children Summit lernen durfte, sind es nicht nur diese vermeintlich einfachen Momente, die uns zu glücklichen Menschen machen, sondern vor allem auch die, in denen wir die Dinge des Alltags tun müssen, in denen wir für andere da sind, ohne wenn und aber. So, wie ich mich fühle, wenn ich die 25. von 25 Deutschklausuren von meinem Leistungskurs korrigiere - auch dafür dankbar sein zu können, das ist ein Geschenk. Und deswegen bin ich heute noch einmal mehr glücklich darüber, dass ich Lehrerin sein darf und ich bin dankbar für all die Menschen, die dazu beigetragen haben, dass ich diesen Weg so weit schon begehen durfte. 

 

In dem Sinne wünsche ich euch allen einen wundervollen Start ins Wochenende. 

Eure rundum glückliche Linda